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Region und Bewohner Drucken E-Mail
Dienstag, 26. Juni 2007

Alle Entwicklungshilfeeinsätze finden in dem Ort Amur oder seiner Nähe statt. Es handelt sich um eine landwirtschaftlich mit Reisanbau genutzte Region, die mit geteerten Straßen und regelmäßigem Busverkehr gut erschlossen, auf Landkarten aber nur sehr ungenau verzeichnet ist.

Die Menschen leben in Dörfern, die mit Strom, sauberem Wasser (kein Trinkwasser) Telefon, Fernsehempfang, staatlichen Schulen und, auf Grund von Entwicklungshilfen, auch mit Kliniken versorgt sind, die Erste-Hilfe-Status haben und chronisch Kranke versorgen.

riksha.jpg Die Bewohner sind nahezu besitzlos. Wo die Ansiedlungen enden, beginnen unmittelbar die Felder von Großgrundbesitzern, für die sie ‚nach Bedarf', also als Tagelöhner zeitweise für Einkommen von monatlich etwa 1500,00 Rs (= 27,00 €) oder für Deputat arbeiten. Einige sind in Fabriken (z.B. Pharmazie) tätig, die sich hier, im letzten Einzugsbereich der Großstadt Chennai (ehemals Madras / ca. 70 KM nördlich), nach und nach ansiedeln. Einige sind Hilfsarbeiter (Kulis) im etwa 12 KM entfernten Küstenort Mamallapuram. Mahabalipuram, wie der Fischer- und Touristenort mit anderem Namen heißt, ist die Steinmetzstadt in Indien. Hier werden für die abertausende Hindutempel des gesamten, Subkontinents die z.T. meterhohen Tempelfiguren aus Granit hergestellt.

Den Dalits, deren Bevölkerungsanteil in Tamilnadu mit über 60 %, etwa 35 Millionen ausmacht, stehen auch hier nur die schwersten, gefährlichsten und schmutzigsten Arbeiten zu. Viele sind schon in jungen Jahren körperlich verbraucht, haben schwere Rückenprobleme, etliche haben durch die Arbeit Bein- oder  Armamputationen hinnehmen müssen, beinahe alle haben Augen- und Lungenleiden.

Das krasse Sozialgefälle von den reichen Fischern und den z.T. auch nach westlichen Maßstäben wohlhabenden teilweise Fünfsternehotel-Besitzern an der Küste zu den Dalits im westlichen Hinterland wird an der nord-südlich verlaufenden Wohlstandsgrenze, der Verbindungsstraße von Chennai nach Pondicherry, besonders deutlich.

bus.jpgChennai, die Hauptstadt des Bundesstaates selbst ist nach europäischen Maßstäben ein urbanes Desaster, unerträglich laut, überbevölkert und durch Industrie und Verkehr sehr verschmutzt. Ländliche Gegenden, wie die um den Ort Amur sind ruhig und vergleichsweise sauber. Hier wird spürbar, dass in dem überbevölkerten Indien doch nur etwas weniger als doppelt so viele Menschen auf dem Quadratkilometer leben wie in Deutschland. 

Nahe dem Ort Pondicherry, einer ehemalige französische Kolonie, ca. 100 Km südlich Mamallapuram , befindet sich Auroville, ein Sozialexperiment besonderer Art. Gegründet von Sri Aurobindo, einem Schüler von Gandhi, administrativ und finanziell unterstützt von der indischen Regierung und der EU, leben und arbeiten hier Menschen aus mehr als 50 Nationen in friedlicher Koexistenz in einer, aus einer ehemaligen Wüste renaturierten Dschungeloase. Westliche Standards herrschen vor.

 
Dienstag, 21. Mai 2013