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18.02.2008 - Johanna -  Freitagmorgen, nun soll er also beginnen, der Erste-Hilfe-Kurs an der Govt. Hr. Sec. School in Thirupporur. Mit der Schule in Kontakt gekommen war ich ueber Stephan, der im headmaster Ramhacan einen special friend und Bewunderer gefunden hat. Mein Publikum diesmal: insgesamt 30 Elftklaessler, Mitglieder in der N.S.S. (National Service Scheme Unit) an der Schule, die zum Beispiel den Schulhof sauber halten oder beim Tempelfest Ordner spielen. Die Gruppe wird erstmal geteilt, dabei ergibt sich mal wieder eine typische Jungs- und eine Maedchengruppe, aber 4 von den Halbstarken erbarmen sich und fuellen die Maedchenabteilung auf. Also fangen wir mit den Jungen an, da bewaffne ich mich doch ...
... gleich mal fuer die Demonstrationen fuer Tag 1 mit Elli als bezaubernde Assistentin, die sich von mir tapfer auf der ziemlich ekligen Decke fuer die Stabile Seitenlage drehen und wenden laesst. Als Uebersetzerin kriege ich eine Englischlehrerin, die sich immer tierisch darueber freut, wenn sie etwas versteht, und ganz schoen viel dazudichtet, aber naja, ein bisschen was von meinem Englisch verstehen die Jungen schon, und als noch vor lunch break der headmaster das Uebersetzen uebernimmt, klappt das schon. Nach einer 5-Minuten-Pause sind meine Kursteilnehmer deutlich besser drauf – wie sich herausstellt, hatten einige von ihnen nicht gefruehstueckt, und das wurde in der Pause nachgeholt. Aber irgendwann kommt dann wieder „shall we move?!“ von Ramhacan, mitten waehrend der Helmabnahme, und wir duerfen bei einer Versammlung verschiedener sich im Umweltschutz engagierender NGOs zuhoeren – leider verstehen wir nicht ganz so viel (ennaku puriyadu), denn das Ganze laeuft auf tamil ab… das merkt Ramhacan und deshalb werden wir mal wieder in die urige, verraeucherte Garkueche zum lunch eingeladen. Meine Teilnehmer kriegen in der Schule vom government verteiltes Mittag, aber da mal mit zu essen ist ein Ding der Unmoeglichkeit, denn der headmaster besteht jedes Mal wieder darauf, uns auszufuehren. Danach geht es weiter mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung, die Stimmung steigt und auch Ramhacan lernt dazu. An diesem Tag muss ich in der Schule vier Mal Tee trinken und Kekse essen, auch waehrend des Kurses, das gehoert einfach dazu, genauso wie die Plastikstuehle, die einem immer und ueberall hinterhergetragen werden J. Beim zweiten Termin - was fuer eine Freude, anfangs kriege ich wieder Unterstuetzung von meiner Lieblingsuebersetzerin!- laesst Alina sich als mein Unfallopfer diverse Verletzungen behandeln. Einer der Jungs zieht das grosse Los und muss ihre Fuesse fuer die Schocklage hochhalten, was ihn erst stutzen und dann kichern laesst…Insgesamt ist die Stimmung viel ungehemmter, die Elftklaessler haben ihren Spass bei den Verbaenden und der eine oder andere teacher guckt mal neugierig vorbei, die Tuer steht ja sowieso immer offen. Kurz vor Mittagspause gibt es auf Wunsch von Ranhacan noch eine Extra-Vorfuehrung der Herz-Lungen-Wiederbelebung, fuer eine Englischlehrerin, die very good service leistet, aber immer gerne doch! Dass ich die Ruhigstellung eines Unterarms an ihrem headmaster demonstriere, finden die Jungs sehr witzig, so kann er sie nicht mehr schlagen! Aber auch er nimmt die ganze Sache mit Humor, vergewissert sich, dass alle Schueler verstehen und laesst sie am Ende des Kurses noch mal applaudieren. Verabschiedet werde ich lieb mit vielem Haendegeschuettel und „Thank you, Madam“, was immer noch extrem ungewoht ist. Wir sehen uns wieder zur Vergabe der Teilnahmeurkunden naechste Woche! Jo-Jo, 18.02.08 P.S.: die meisten Fotos sind neuer als der Eintrag, inzwischen haben auch die Maedels eine Einheit Erste Hilfe hinter sich. |