| Über das Kind, das Angst hat mit Verletzung nach Hause zu kommen. |
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| Montag, 25. Februar 2008 |
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- Line & Alina Es ist so gegen viertel nach 12 mittags. Da steht auch schon wieder die Kinderschar vor dem Tor unseres Klinikgebäudes. Es ist lunch-break bei den Schulkindern, die seit einiger Zeit nun immer in ihrer Mittagspause zwischen dem Vormittags und Nachmittagsunterricht von der Amoor primary school zu uns angelaufen kommen. "Booolll, lina, booll!“ heisst es dann. Wir händigen dann Bälle und Springseile aus, zeigen mit dem Finger auf ein bekanntes Gesicht und versuchen dem oder der Kleinen zu verstehen zu geben, dass er oder sie der oder die Verantwortliche für die Rückgabe ist. An diesem Nachmittag geht die Aktion aber leider voll daneben. Beim Streit um den Ball bewirft ein Kind Vijay mit einem Stein. Und plötzlich haben wir ein völlig blutverschmiertes Kindergesicht vor Augen. Wir beide und Stephan bekommen erst einen kleinen Schrecken, zumal Jo-Jo gerade mit Elli in Chennai rumtourt. Und die ist schliesslich unsere ausgebildete Erste-Hilfe-Expertin. Trotzdem. In der Not weiss man sich zu helfen und... ... nach den ersten Beruhigungsschritten und der Wundversorgung rufen wir bei Jo an, die uns versicherte, dass wir alles richtig gemacht haben. Die Platzwunde am Kopf des tapferen, leicht verstörten Kerlchens ist von reeller Grösse und so ist sehr schnell klar, dass genäht werden muss. Um den Eltern bescheid zu sagen, dass sie mit ihrem Sohn schnellstmöglich zum Arzt fahren müssen, machen wir uns auf den Weg zur Hütte seiner Familie.Dass von zu Hause nichts Gutes kommen würde denken wir uns schon, weil genau dieser Junge sich schon mal aus Angst vor seinem alkoholisierten Vater bei uns im Camp versteckt hatte. Genau das tritt dann auch unmittelbar ein. Vijays Vater kommt mit hocherhobener Hand auf ihn zu, woraufhin wir, aus Angst er könnte ihm die Wunde gleich noch grösser schlagen, schützend den Arm um ihn legen. Seine Mutter kommt jetzt auch noch hysterisch heulend aus dem Haus auf uns zugestürmt und als auch der Rest der Familie anrückt und ihn mit Vorwürfen bombardiert, von wegen wieso er nicht in der Schule sei und so weiter, fackeln wir nicht lange und packten den Jungen wieder ein. Das wäre eskaliert, so viel ist sicher. Prabhu fährt natürlich gleich mit ihm los. 2 Stiche, 2 injections und eine paar Tabletten später, ist die Wunde auch erstmal versorgt.Das ist auch kein Problem. Solche Wunden verheilen. Am nächsten Tag sehen wir ihn schon wieder an den Palmstämmen die Kokosnüsse schütteln. Der Vater schlägt übrigens auch den Rest der Familie. Und das ist im ganzen Dorf bekannt, sagt Prabhu. |



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